Die Geschichte von Helene
…sagte ich erst einige Minuten später zu meinem Mann, als ich das warme Handtuch, in das unser Baby eingewickelt war, nochmal kurz anhob. Alles ging sehr schnell und so kam unsere Helene direkt nach dem Pausenbrote-Schmieren für die Großen und meiner Morgendusche an einem sonnigen Donnerstagmorgen auf die Welt. Wir sind mehr als glücklich, dass wir die Möglichkeit hatten, unser (insgesamt fünftes, jedoch erstes gemeinsames) Kind bei uns zu Hause auf die Welt zu bringen. Schon immer träumte ich davon, wie toll es wohl sein muss, sein Kind daheim zu gebären. Nun, bei meiner dritten Geburt war es soweit. Und was soll ich sagen? Es war im wahrsten Sinne des Wortes WUNDERvoll. Spulen wir nochmal kurz 4 1/2 Stunden zurück… 2:40 Uhr – Ich hatte meine erste Wehe im Bett, ging kurz zur Toilette, schaute auf die Uhr und wusste: Unser Baby ist unterwegs und wird auf jeden Fall heute noch zur Welt kommen. Ich schätzte – der noch recht schwachen Wehenintensität zufolge – dass es gegen frühen Nachmittag soweit sein könnte. Also schlummerte ich noch ein wenig vor mich hin, notierte aber bereits meine Wehen (ca. alle 15–20 Minuten zu dem Zeitpunkt) in meinem Handy.
Gegen 5:30 Uhr beschloss ich, meinen Mann zu wecken und ihm zu sagen, dass es heute soweit sein wird! Aufgeregt und voller Vorfreude hielten wir uns im Bett gegenseitig fest und planten flugs unseren (vollen, bunten Patchworkall-)Tag um. Ich spürte den Drang aufzustehen, meine Wehen wurden stärker und ich wollte mich bewegen und gerne heiß duschen. Wie immer kochte ich mir zuerst einen großen Tee und schmierte schonmal die Pausenbrote für die Kinder. Mein Mann blieb auf mein Anraten noch eine halbe Stunde im Bett. Als er mich jedoch wehenveratmend in der Küche sah, riet er mir, Saskia jetzt anzurufen. Da war es ca. 6 Uhr. Die Mädchen (7 und 9 Jahre) hatte ich mittlerweile auch geweckt und sie machten sich für die Schule fertig. Auch sie waren aufgeregt und voller Vorfreude.
Kurz darauf wurden meine Wehen in der heißen Dusche sehr stark. Sie überrollten mich förmlich, und ich bat meinen Mann, Saskia sofort nochmal anzurufen. Da war es ca. 6:30 Uhr. Ich hatte nun bereits alle 5 Minuten starke Wehen. Saskia fuhr nach unserem Anruf direkt los. Auch die Kinder machten sich auf den Weg zur Schule. Mein Mann breitete Folie und Decken auf unserer Couch aus, und ich veratmete meine Wehen abwechselnd im Stehen am Esstisch und am Waschbecken im Bad. Ich spürte, dass die Fruchtblase bald platzen würde – der Druck wurde immer größer – und so begab ich mich im Vierfüßlerstand über die Rückenlehne gebeugt auf unsere Couch. Ungefähr 30 Minuten später sprang die Fruchtblase, und wir wurden kurz etwas nervös, da alles so schnell ging und Saskia noch nicht eingetroffen war.
Ich spürte: Unser Kind kommt JETZT. Mein Mann rief Saskia nochmals an. Sie meinte, sie bräuchte noch 5 Minuten, bis sie bei uns ist, und checkte kurz mit meinem Mann, ob er alles Wichtige (laut ihrer vorher ausgehändigten Checkliste) bereits vorbereitet hatte. In Zuge dessen öffnete mein Mann schonmal die Haustüre, damit sie direkt reinkommen konnte. Wenig später war Saskia zum Glück da, und das Erste, was sie sagte, als sie zur Tür reinkam, war: „Guuuuut, weiter so. Ich seh schon das Köpfchen!“ Wir waren ungemein erleichtert, dass Saskia noch rechtzeitig eintraf. Das entspannte mich nochmals wesentlich. Mein Körper gab mir nun eine etwas längere Wehenpause von ca. 2 Minuten, in der ich nochmals Kraft sammeln und in mich gehen konnte. Mein Mann kam nun ans Kopfende zu mir. Ihn so nah bei mir zu haben und in unserem gewohnten Umfeld zu sein, half mir, mich nun voll und ganz auf die letzte Phase der Geburt einzulassen. Saskia feuerte mich an, „mutig“ zu sein und jetzt mitzuschieben.
Das tat ich dann noch ungefähr 3–4 Mal, und dann lag unser Baby schon zwischen meinen Beinen! Ich war so perplex und überwältigt, dass alles so schnell ging. Saskia sagte zu mir: „Nimm es hoch!“ Mein Mann brachte mir ein warmes Handtuch aus dem Ofen, und ich wickelte unser Baby darin ein und drückte es an meine Brust. Es war 7:13 Uhr. Erst einige Minuten später hob ich das Handtuch nochmals kurz an, um zu schauen, welches Geschlecht dieses schöne Wesen hat. Es ist ein Mädchen! Wir waren so verzückt! 15 Minuten später wurde die Plazenta geboren. Wir machten es uns auf der Couch bequem. Ich trank Apfelschorle und aß meine Lieblingskekse. Die Vögel zwitscherten draußen besonders laut 😉 und die Sonne strahlte vom Himmel – DER perfekte Morgen! Wenig später traf auch noch Amy ein und beglückwünschte uns. Saskia und Amy erledigten Schriftliches und tranken Tee an unserem Esstisch.
Saskia checkte noch, ob ich Verletzungen hatte. Ich war unversehrt und habe diese Geburt als mit Abstand schmerzärmste empfunden. Diese unbeschreibliche Urkraft einer Wehe gepaart mit der Flut an Hormonen – jedes Mal höchste Faszination für mich und ein Wunder der Natur. Unser Baby bestmöglichst und sanft von „seiner“ in „unsere“ Welt zu begleiten – dafür erschien uns unser Zuhause und Saskias Begleitung perfekt. Während der gesamten Geburtszeit hatte ich eine sehr gute Verbindung zu mir selbst und meinem Baby, und ich konnte stets so handeln, wie es sich für uns am besten angefühlt hat. Kurz: Unsere Hausgeburt war zauberhaft. Auch nun, 4 Monate später, sind wir erstaunt, WIE ruhig und ausgeglichen unser Baby ist. Nicht im Ansatz haben wir dies je so erlebt. Spannend auch, Saskias Tipp, unser Baby in der ersten Lebenswoche komplett unbekleidet zu lassen, um so viel Hautkontakt wie möglich herzustellen.
Wir sind rundum glücklich mit unserer Entscheidung, eine Hausgeburt gemacht zu haben, und auch von Saskia als Mensch sind wir sehr beeindruckt. Ihre außerordentlich kompetente, herzliche und einfühlsame Art hat uns zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft (ich durfte auch all meine Vorsorgetermine bei ihr machen) sowie bei der Geburt geholfen, intuitiv das für uns Richtige zu machen. Was für eine aufregende Reise, unserem Kind diesen entspannten und geborgenen Start ins Leben geschenkt haben zu dürfen. Wir sind sooo dankbar! Liebe Grüße von Ramona und Matthias …mit Helene …und Pia, Marielle, Konstantin, Lukas. 🙂

