Die Geschichte von Lima
Aus Sicht eines stolzen Papas: Vor etwa 11 Monaten habe ich erfahren, dass wir Nachwuchs bekommen. Da es unser erstes Kind ist, schossen mir in diesem ersten Moment so ziemlich alle möglichen Gedanken durch den Kopf – außer der Frage: „Wo und wie wollen wir eigentlich gebären?“ Ich hatte mich vor dem Schwangerschaftstest nicht wirklich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Für mich war es selbstverständlich, dass ein Kind geboren wird, ohne die verschiedenen Möglichkeiten des „Wie“ und „Wo“ näher zu betrachten. Als dann feststand, dass sich unsere kleine Maus auf den Weg gemacht hat, waren wir zunächst etwas überfordert, welche Schritte wir nun in welcher Reihenfolge angehen müssen. Das Thema Geburt haben wir erstmal hinten angestellt, da es ja noch viele Monate bis dahin dauern würde. Als einige Wochen verstrichen waren, kamen wir auf das Thema Hebamme. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Bedeutung dieses Themas total unterschätzt habe. Ich dachte, wir hätten eine große Auswahl an Hebammen und könnten uns die perfekte für uns aussuchen. Zwar gab es viele Hebammen, aber die perfekte Hebamme zu finden, die auch noch in unserem Geburtszeitraum Kapazitäten hat, war gar nicht so einfach, wie ich dachte. Nach dem ein oder anderen „Hebammen-Mismatch“ sprachen wir zum ersten Mal über das Thema Geburt.
Was wollen wir eigentlich? Wie stellen wir uns unsere Geburt vor? Und wer soll dieses Wunder miterleben? Fragen über Fragen, bei denen wir immer wieder zu denselben Antworten kamen: Wir wollen eine Umgebung, in der wir uns wohlfühlen. Wir wollen einen möglichst kleinen Personenkreis. Wir wollen, wenn möglich, selbst bestimmen, wann welche Schritte unternommen werden. Und das Allerwichtigste: Wir wollen keinen Druck und keinen Stress erleben. All diese Punkte sprachen für mich sehr schnell gegen eine Geburt im Krankenhaus. Ich fühle mich in Krankenhäusern nämlich nicht wohl. Immer, wenn ich ein Krankenhaus betreten musste, waren dort viele Menschen, und die letzten beiden Punkte muss wohl jeder für sich selbst beurteilen. Damit blieben für uns zwei weitere Möglichkeiten: Geburtshaus oder Hausgeburt. Ich muss zugeben, anfangs dachte ich nur ans Geburtshaus – frag mich nicht, warum. Als wir jedoch dort eine Absage bekamen, weil keine Kapazitäten mehr frei waren, nahm uns das Universum diese Entscheidung ab. Jeden Tag bin ich aufs Neue froh und dankbar, dass es so gekommen ist, wie es am Ende kam.
Über einen kleinen Umweg sind wir bei Saskia gelandet, und nach unserem ersten Treffen wussten wir sofort: „Sie ist es! Sie wird uns bei diesem Wunder begleiten!“ Ich hätte mir vorher nie vorstellen können, wie schön und entspannt eine Geburt ablaufen kann. Alles passte – von A bis Z. Wir waren in der besten Umgebung (in unserem Wohnzimmer), und wir waren lange Zeit nur zu zweit, bis Saskia etwa zwei Stunden vor der Geburt der kleinen Maus bei uns ankam. So hatten wir unseren gewünschten kleinen Personenkreis. Die Geburt war in jedem Moment selbstbestimmt, ohne Druck oder jeglichen Stress. In diesem Sinne ein riesiges DANKESCHÖN an Saskia, die uns die schönste Geburt ermöglicht hat, die wir uns hätten vorstellen können. Christian
Aus Sicht einer stolzen Mama: Unsere Geburt begann mit einem Blasensprung um 00:45 Uhr. Wir riefen Saskia an und vereinbarten, dass sowohl wir als auch sie versuchen würden, noch etwas zu schlafen, bis die Wehen so weit fortgeschritten waren, dass es an der Zeit wäre, dass sie sich auf den Weg macht. Nach dem Telefonat merkte ich schnell, dass an Schlaf für mich nicht mehr zu denken war, da die Wehen bereits regelmäßig einsetzten. Gegen 01:30 Uhr gingen wir also in unser Wohnzimmer, und ich setzte mich auf meinen Gymnastikball. Christian dimmte die Lichter, ließ meine Playlist laufen, die ich extra für die Geburt zusammengestellt hatte, und setzte sich hinter mich. In dieser – für mich absolut perfekten Atmosphäre – konnte ich die Wehen sehr gut veratmen. Wir waren ungestört, ganz für uns. Niemand wollte etwas von mir, es gab keine fremden Geräusche, Gerüche oder Personen. Ich konnte mich völlig fallen lassen und dem Geburtsprozess hingeben.
Was sich für mich wie 15 Minuten anfühlte, waren in Wirklichkeit 3,5 Stunden, die vergingen, bevor wir Saskia erneut anriefen. Nachdem Saskia etwa 1,5 Stunden später angekommen war (wir wussten natürlich von der Anfahrtsdauer), stellte sie fest, dass mein Muttermund bereits vollständig geöffnet war und ich mit jeder Wehe mitschieben konnte. Wir haben also die gesamte „Arbeit“ der Eröffnungsphase des Muttermunds allein geschafft, nur zu zweit. Darauf bin ich unglaublich stolz! Saskia ließ mir für die Endphase der Geburt alle Zeit, die ich brauchte, und darüber bin ich unendlich dankbar. Denn diese Phase dauerte bei mir länger als im Durchschnitt. Was in einem Krankenhaus wahrscheinlich zu Stress und weiteren Interventionen wie der Saugglocke geführt hätte, waren zu Hause lediglich ermutigende Worte von ihr. Sie gab mir genau den Raum, den ich brauchte, um die Geburt selbstbestimmt erleben zu dürfen.
Im Wohnzimmer, im Kniestand auf dem Boden vor unserem Sofa, brachte ich also um genau 08:17 Uhr unsere Tochter zur Welt – und das direkt in meine eigenen Hände. Dieses Gefühl ist mit nichts zu vergleichen und erfüllt mich einfach nur mit Stolz. Wir sind unglaublich dankbar, dass wir die Geburt so erleben durften! Luisa

