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Fynn Livian nach seiner Hausgeburt
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Willkommen im Leben

Fynn Livian

„Ich halte mein Baby bald im Arm – Vorfreude nimmt mich ein“

Eine ruhige, intuitive Wassergeburt, getragen von Bewegung, Wärme und Vorfreude.

13. Februar 202406:20 Uhr · zu Hause in Laupheim · zweites Kind · 38+4 SSW · 3120 g

Die Geschichte von Fynn Livian

12.02.2024 Ich habe am Abend ca 1h lang regelmäßige Wehen. Weil ich das immer wieder seit fast 10 Tagen erlebe, bleibe ich entspannt und entscheide ich mich trotzdem dazu schlafen zu gehen. Wer weiß vielleicht geht ja die Geburt doch los… 13.02.2024 38+4 (nach ursprünglichem ET 40+1) 2:00h nachts Ich wache auf von einer intensiven Anspannung am Bauch. „Oh man, schon wieder Übungs-/Senkwehen! So kann doch kein Mensch schlafen. Auf Toilette muss ich auch noch…“ 4 Minuten später, noch mal eine. „Also geht das nochmal von vorne los, wie am Abend. Ich geb mir eine Stunde, wenn ich weiterhin nicht schlafen kann und Wehen hab, dann möchte ich ein Timer machen um zu schauen, ob sie schon regelmäßig sind.“ In dieser Stunde muss ich immer wieder auf Toilette wegen Durchfall. Ich schaue mir die nächste Folge von „The Good Doctor“ als Ablenkung, währenddessen kreise ich auf dem Gymnastikball und drehe mein Becken in 8er Figur. Außerdem trinke ich einiges an Wasser.

Ich schaue auf die Uhr „Puh, die Zeit ist ja geflogen, wir haben ja schon nach 3h.“ Nachdem ich die Wellen mit dem Timer gemessen hab, stelle ich fest dass die ca alle 3-4 Minuten kommen. Ich entscheide mich dazu, Robin mal zu wecken und zu fragen was er so denkt. Robin sagt mir ich solle bitte direkt die Hebamme anrufen. 3:25h Ich informiere Saskia, sie macht sich gleich auf den Weg. Paar Minuten später habe ich eine Wehenpause von ca 15 Minuten. „Ohje jetzt ist die Saskia schon los, was ist wenn’s noch gar nicht die Geburt ist sondern einfach Übungswehen..? Ich hoff sie kommt jetzt nicht umsonst her. Das fühlt sich noch gar nicht ernst an, die Wellen sind eigentlich voll gut zu verarbeiten.“ Robin arbeitet die Checkliste ab und stellt mir Wasser und geschnittenes Obst hin. Ich begebe mich in die Badewanne, dusche mich ab mit warmen Wasser und bewege mich.

4:40h Saskia kommt an. Ich bin in der Badewanne und dusche mir den Rücken und den Bauch warm ab. Die Wehen sind angenehm zu veratmen, ich habe das Bedürfnis mich zu bewegen, ich bin in Vierfüßler und schaukle vor und zurück, geh mal auf die Knie, setze mich mal hin. Ich bitte Saskia mir auf ein Wattepad Zitronenöl zu träufeln. Der Duft entspannt mich. Während meiner Geburtsvorbereitung hab ich den gern in Aromadiffusor gemacht, und mir vorgestellt wie die Geburt wohl wird, mir schöne Geburtsvideos angeschaut und somit den Duft mit Geburt verbunden. Das spendet mir Kraft und Hoffnung. 5:00h Saskia hört die Herztöne des Babys ab und misst mein Puls. Die Hebammenstudentin Manu kommt an und unterstützt mich beim abduschen. Das ist sehr hilfreich, ich kann mich jetzt noch besser aufs Atmen fokussieren.

5:20h Flora ist abgeholt worden, Robin kommt zu mir. Er duscht mich jetzt ab und streichelt mich. Ich kann richtig aufatmen, ich bin erleichtert, dass er jetzt bei mir ist. Die Geburt ist noch so entspannt. Ich muss zwar schön mitschaufen und mich bewegen, aber außerdem habe ich nicht dass Gefühl, das es „ernster“ wird. Seit ich Saskia informiert habe, zweifle ich sogar daran, dass es überhaupt losgeht, so gut fühle ich mich. Ich wechsle immer wieder die Position. 5:36h Ich entscheide mich dazu endlich meine Bedenken mitzuteilen, dass ich mir eigentlich nicht sicher bin, ob die Geburt wirklich losgeht und ich arg hoffe, dass sie alle nicht umsonst hergefahren sind mitten in der Nacht. Saskia bietet mir eine vaginale Untersuchung an, um die Muttermundseröffnung einzuschätzen. Eine gute Idee, ich taste selbst nach. Es fühlt sich alles sehr weich an und auch flüssig. Ich habe ein gutes Gefühl. Ich lege meine Hand auf die Vulva und visualisiere mir vor wie das Köpfchen vom Baby austritt. Die Wehen fühlen sich gut an, ich habe schon so viele hinter mir, das gibt mir Hoffnung, es werden wohl nicht mehr viele übrig sein bis ich das Baby endlich im Arm halten kann.

6:00h Die zweite Hebamme Amy ist wohl angekommen, ich nehme meine Umgebung aber kaum noch wahr. Ich taste noch mal nach und spüre eindeutig eine pralle Vorblase, sie ist sehr gespannt und ich bin vorsichtig um sie nicht aufzumachen. In der nächsten Wehe springt die Blase. Es ist so laut, ich höre es trotz Kopfhörer mit Musik und laufender Dusche. Es fließt gefühlt eine große Menge Fruchtwasser ab. Ein krasses Gefühl! Sehr angenehm, erleichternd, fast befreiend. Ich bin mir jetzt sicher, dass es tatsächlich losgegangen ist. Ich bin so dankbar und froh. Ich habe so sehnlichst drauf gewartet. Bald, so bald ist es soweit. Ich halte mein Baby bald im Arm, ich weiß es jetzt. Eine riesige (Vor-)Freude nimmt mich ein. Ich verspüre Druck nach unten. Ich stehe auf. Es ist als würde ein schweren Stein in meinem Schoß sein, es drückt ordentlich, doch ich habe noch nicht das Gefühl, dass ich mitschieben muss. Ich stelle ein Bein hoch und veratme die nächste Wehe.

6:10h Während ich stehe, hört Saskia noch einmal die Herztöne ab. Ich brauche das Wasser nicht mehr, ich streichle meinen Bauch leicht. 6:15h Ich begebe mich wieder in Vierfüßler, stelle ein Knie wieder hoch an den Badewannenrand und kreise mit dem Becken. Ich muss mich mal aufrichten, mal senke ich meinen Oberkörper tief. Die Wehen werden intensiver. Ich weiß das Baby kommt demnächst, ich atme tief. Ich freue mich schon darauf. Es baut sich Druck auf, ich muss leicht mitpressen. „Ich will das!“ Ich lege meine Hand drauf und merke es kommt bald die nächste Wehe, ich will es spüren. Ich berühre den Kopf vom Baby. Er sinkt nach unten. Das geht so schnell! Die Wehe ist stark, das Köpchen wird geboren und der Körper folgt sofort hinterher. 6:20h ❤️ Saskia fängt das Baby auf und reicht es mir zwischen meine Beine. Ich setzte mich hin umarme es, es fließen Freudentränen. Ich bin so glücklich, der Moment auf den ich so lang gewartet habe ist endlich da. Ich schaue nach, es ist ein Junge! Ich lehne mich an in der Badewanne und staune über mein Wunder, Robin ist neben mir, überglücklich. 7min später wird auch schon die Plazenta geboren. Wow, ich bin offiziell nicht mehr schwanger. Ich fasse es nicht, so erleichternd. Noch mal 5 Minuten später schneidet Robin die Nabelschnur ab. Ich dusche mich ab und wir ziehen um ins Schlafzimmer. Jetzt sind wir zu dritt und kuscheln im Bett. Ich glaube es kaum, dass es endlich geschehen ist. Ich bin so dankbar, so eine wunderschöne Geburt erleben zu dürfen!

Schon die zweite Schwangerschaft und Geburt mit der einfühlsamen Begleitung von Saskia, herzlichen Dank dafür!

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