Hausgeburtsbegleitung in Engstingen & SüddeutschlandVertrauen Natürlichkeit Auf Augenhöhe
Storch als behutsames Symbol für Theas Geburtsgeschichte
Alle Geburtsgeschichten

Willkommen im Leben

Thea

„Unsere Geburt in der Regentonne“

Theas Mutter erzählt von ihrer selbstbestimmten Wassergeburt zu Hause – in einer Regentonne und begleitet von Saskia.

25. August 2026Hausgeburt · drittes Kind

Die Geschichte von Thea

Unsere Vorgeschichte:

Schon bei meiner ersten Schwangerschaft wollte ich lieber im Geburtshaus gebären, allerdings lag unsere Tochter mit ihrem Kopf falsch im Becken, sodass wir schlussendlich doch im Krankenhaus einen Kaiserschnitt durchmachen mussten.

Bei unserer zweiten Tochter dann durften wir eine wunderschöne Wassergeburt im Geburtshaus erleben. Sie hat uns gute 2 einhalb Wochen vor dem Termin ganz schön überrascht und kam dann zügig innerhalb guter 3 einhalb Stunden auf die Welt. Da ich diese Geburt noch so positiv in Erinnerung hatte, wollte ich dann bei meiner 3. Ss wieder ins Geburtshaus gehen. Zu unserem Glück, wie sich später herausstellen würde, konnten wir dieses Mal nicht ins Geburtshaus, daher machte ich mich auf die Suche nach einer Hausgeburtshebamme, was in unserer Region schon eine ziemliche Herausforderung war. Doch nach der recht hässlichen Erfahrung im Krankenhaus und der so wunderbaren Begleitung im Geburtshaus wollten wir nur im Notfall ins Krankenhaus gehen.

Vorbereitung auf die Geburt:

Gott sei Dank stießen wir auf Saskia, die sich bereit erklärte, die über 60km zu uns zu fahren um uns eine Hausgeburt zu ermöglichen.

Jetzt musste nur noch ein Problem gelöst werden: Bei uns zuhause haben wir keine Badewanne und somit war das Thema Wassergeburt in meinem Kopf noch ein großes Fragezeichen. Ich ging die verschiedensten Möglichkeiten durch, vor allem sollte es preisgünstig und praktisch sein.

Gebärpools sind nun leider nicht gerade günstig, weder zu leihen, geschweige denn zu kaufen und ein gewöhnliches Kinderplanschbecken war mir in meiner Vorstellung einfach nicht stabil genug um mich am Rand abstützen zu können. Also fing ich an zu recherchieren und stieß dabei auf die geniale Idee, eine große 510l Regentonne als Badewanne umzufunktionieren. Je mehr ich darüber nachdachte, desto besser gefiel mir die Idee, denn es gab einige Vorteile gegenüber einer Badewanne oder den Pools:

1. Die Tonne ist wesentlich höher, sodass man wirklich mit dem ganzen Körper im Wasser sein kann und die verschiedensten Stellungen einnehmen kann (vor allem aufrechtere Positionen, die in einer Badewanne/einem Pool so nicht möglich sind)

2. Der Rand eignet sich super zum festheben/abstützen

3. Die Tonne ist auslaufsicher und wir können sie ohne Sorge auf unseren Parkettboden in der Küche aufstellen

4. Sie ist günstiger als ein Pool

5. Man kann sie danach als Regentonne weiterverwenden

6. Im nachhinein betrachtet ein sehr wichtiger Punkt für meine 3. Geburtserfahrung: Die recht hohe Tonne forderte eine hohe Selbständigkeit von mir ein

Ich fand zwei gute Geburtsberichte auf Youtube, die von ihrer Geburt in der Regentonne erzählten und entdeckte für mich diese selbstbestimmte Art der Geburt als eine sehr besondere Erfahrung, die ich auch gerne machen wollte.

Als ich Saskia von meinem Wunsch mit der Regentonne erzählte, war sie total offen dafür, machte mich aber auch auf die Risiken, die die Tonne mit sich bringt, aufmerksam. (Herausforderungen können sein: Das rein und vor allem das raussteigen bei beispielsweise eventueller Probleme mit dem Kreislauf etc, das Kind bei der Geburt aufzufangen, etc.) wir sprachen vor allem auch darüber, dass ich gerne vieles wenn möglich selber machen würde und ich durfte erleichtert feststellen, dass Saskia damit überhaupt kein Problem hatte.

Also machte ich mich bald auf den Weg zum Baumarkt. Ein netter Mitarbeiter half mir dabei, die besagte Tonne in unseren Kangoo einzuladen, ich wette er hatte keine Ahnung, mit welcher Intention ich ihm die Tonne abgekauft hatte :D

Noch dazu kaufte ich mehrere Pool-Lichter, damit wir gute Sicht ins Wasser haben würden. Rechtzeitig zum Beginn der Rufbereitschaft war alles bereit und ich freute mich schon richtig auf die Geburt!

Als es dann endlich soweit war und ich die ersten Geburtswehen veratmen durfte, hatte ich schon so ein Gefühl, dass die Geburt wieder recht schnell laufen würde, zumal ich schon Wochen vorher immer wieder Wehen hatte. Also hieß es keine Zeit zu verlieren. Zum Glück kam gerade zu diesem Zeitpunkt zufällig mein Schwiegervater auf einen kurzen Besuch bei uns vorbei und unsere zwei Mädels freuten sich somit darauf, bei Oma und Opa übernachten zu dürfen. Wir verabschiedeten uns von den zwei großen, mein Schwiegervater rief mir noch schnell ein unsicheres 'also dann machs gut und viel Glück!' zu und mein Mann beeilte sich, die Tonne von der Garage über die große Terrassentür in die Küche zu stellen. Ich hatte schon Handtücher auf dem Boden als Unterlage ausgebreitet und es konnte mir gar nicht schnell genug gehen, bis die Tonne endlich halbwegs mit Wasser gefüllt war. Mit zwei Hockern (einer außen und ein wasserfester innen) stieg ich in die Regentonne ein. Es war eine echte Wohltat das warme Wasser am Bauch zu spüren und auch die Schwerelosigkeit tat so gut, dass ich gar nicht mehr aus dem Wasser wollte.

Als Saskia dann ankam, spickelte ich mit dem Kopf aus der Tonne heraus und freute mich, dass sie den langen Weg zu mir rechtzeitig geschafft hatte. Mein Mann durfte sich gleich an die Arbeit machen Saskias Aufträge auszuführen, die Wehen wurden immer intensiver, aber ich hatte in der Tonne inzwischen eine gute Position für mich entdeckt, um sie zu veratmen.

So ging es dann ungefair noch eine Stunde, bis auch schon die Presswehen einsetzten.

Da kam es dann doch kurz über mich: Dieser Moment, wenn man spürt, es gibt jetzt kein Zurück mehr und man muss da jetzt durch, ob man will oder nicht. Bislang konnte ich die Wehen gut mit tönen und atmen aushalten, aber bei den Presswehen überkam mich dann doch ein kleiner Panikmoment: 'nein das kann ich nicht, ich will nicht' schrie ich aus meiner Tonne heraus. Zum glück waren nur mein Mann und Saskia dabei, die mir sofort Mut zusprachen. Saskia gab mir einige Male den Tipp, die Luft wie beim Tauchen anzuhalten und dann zu pressen, und als das dann endlich in meinem Kopf ankam, ging es gut voran und ein paar Presswehen später war endlich das kleine Köpfchen unserer Tochter geboren.

Bisher hatte ich mich für die Presswehen ein bisschen nach vorne gebeugt am Rand der Tonne festgehalten, die Beine schwerelos in der Tonne, ich genoss es, so viel Platz darin zu haben!

Als das Köpfchen da war, wechselte ich die Stellung um unser Baby zu begrüßen und lehnte mich mit dem Rücken an die Wand an. Dieser Moment war für mich einer der schönsten während der Geburt: Ich streichelte das Köpfchen und Saksia sagte mir, wenn ich es nun ein wenig nach hinten drücke, könne ich dem Baby dabei helfen, sich für die Geburt des restlichen Körpers herum zu drehen. Und kaum das ich dies tat, kam unser Baby mit der nächsten Presswehe auf die Welt und ich durfte es im Wasser auffangen und hochnehmen.

Saskia entwirrte es noch kurz von der Nabelschnur, die etwas komisch um den Hals herumlief, und schon hatte ich endlich unser Baby in meinen Armen und durfte es begrüßen. Einfach ein magischer Moment ein neues Leben in die Arme zu schließen. So kuschelten wir dann erst einmal ein paar Minuten und bestaunten unser perfektes Kind.

Für die Nachgeburt wollte ich dann doch lieber die Hände frei haben, also übergab ich unser Kind an seinen Papa, der es nun Oberkörperfrei mit einem frischen, warmen Handtuch in Empfang nahm und stellte mich in der Tonne auf den Hocker. Erst jetzt spickelte ich zwischen die Beine unsres Babys und sah: Es ist wieder ein Mädchen! Jetzt haben wir 3 Mädchen! Wir freuten uns riesig und ich musste kurz über Gottes Humor lachen, hatte ich mir als Kind mit 3 großen Brüdern doch immer eine kleine Schwester gewünscht und diese nie bekommen.

Die Nachgeburt empfand ich schon bei unserer zweiten Tochter als lästig und überflüssig, so wartete ich ungeduldig darauf, dass die Plazenta herauskommen würde.

Einige Minuten später fing Saskia die Plazenta in unserer Salatschüssel auf - wie herrlich unkompliziert und prakmatisch doch alles war.

Danach stieg ich aus der Tonne und Saskia half mir aufs Sofa wo ich es mir mit meiner kleinen Tochter gemütlich machte. Dort verblieben wir für ein paar Stündchen für den ersten Stillversuch, die Nachuntersuchung, das Durchschneiden der Nabelschnur, die U1 und einen niedlichen Abdruck von Theas Füßen, für den ich sehr dankbar bin, denn so klein werden sie einfach nie wieder sein. All diese Dinge verliefen ganz in Ruhe, ohne Stress und Hektik und so, wie es für uns in dem Moment richtig war.

Irgendwann war es dann für uns alle Zeit fürs Bett. Wie schön es doch war, einfach zuhause zu sein und nicht extra noch vom Geburtshaus/Krankenhaus heimfahren zu müssen.

Im Bett angekommen sagte Saskia zu mir: Schau mal Anja, jetzt hast du alles allein gemacht, so wie du es dir gewünscht hattest! Das hätte ich mir bei meiner 1. Und 2. Geburt so nie vorstellen können und ich war überglücklich und dankbar, für diese Erfahrung! Ich staunte über diese verborgene Kraft in meinem Körper, die nur für den Moment der Geburt zum Vorschein tritt und gleichzeitig staunte ich über dieses neue Leben in meinen Armen: so klein und doch so perfekt!

~ Ich danke dir, dass ich so wunderbar gestaltet bin. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Psalm 139,14 ~

Saskia und die Regentonne waren für mich ein echter Segen des Himmels und ermöglichten mir eine wunderschöne, selbstbestimmte Wasser-Hausgeburt, die mich über mich hinauswachsen ließ, wie es nur wenige Erfahrungen in meinem Leben bisher getan hatten.

Ich kann jedem, der zuhause im Wasser gebären möchte, die Regentonne als Geburtstonne wärmstens empfehlen!

Saskia bin ich auf ewig dankbar, dass sie mich während ihrer gesamten Betreuung immer in meinen Bedürfnissen ernst genommen und unterstützt hat! Besonders ihre direkte und ehrliche Kommunikation mit mir gab mir Sicherheit und schaffte ein Vertrauen das mich durch die gesamte Geburt getragen hat.

Ein Blick in die beleuchtete Regentonne während Theas Hausgeburt
Theas Mutter während der Wassergeburt in der Regentonne
Theas Eltern an der Regentonne während der Hausgeburt

Dein eigener Weg

Du möchtest in Ruhe über eine Hausgeburt sprechen?

Ich nehme mir Zeit für deine Fragen und erzähle dir offen, wie eine Begleitung aussehen kann.

Mehr über Saskias Hausgeburtsbegleitung Unverbindlich kennenlernen