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Mia kurz nach ihrer Hausgeburt
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Willkommen im Leben

Mia

„Bis zuletzt in meiner gewohnten Umgebung“

Nach der ersten Geburt in der Klinik entsteht der Wunsch nach einer Hausgeburt – und wird zu einer berührenden Erfahrung.

25. Juli 202522:59 Uhr · zu Hause in Dürmentingen · zweites Kind · 3320 g

Die Geschichte von Mia

Nach meiner ersten Geburt in der Klinik stand für mich schnell fest – sollte es noch ein Geschwisterchen geben, dann schließe ich eine Hausgeburt nicht aus. Bei meiner ersten Geburt wurde ich standardmäßig an Tag 10 über ET eingeleitet und unser Erstgeborener kam dann an Tag 12 auf die Welt. Leider ist es denn so, dass man bei einer Einleitung nicht mehr nach Hause darf, sondern fortan die Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Mir war das alles einfach viel zu lange. Es ging nicht voran, das erste Mittel zeigte keine Wirkung, also wurde mit Medikamenten weiter interveniert. Wohlfühlen kann man sich in einem Wehenzimmer nicht und schon gar nicht beim Spaziergang durch die Krankenhausflure. Ich ließ den Gedanken also nicht mehr los und als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt war der erste Anruf bei meiner Wunschhebamme für das Wochenbett mit der Frage wen sie denn für eine Hausgeburt empfehlen könne.

Das war dann Saskia. Ich nahm Kontakt auf und wir hatten zeitnah ein Videocall zum kennenlernen, da sie zu der Zeit in Indien tätig war. Während der Schwangerschaft war es mir wichtig nicht nur die drei empfohlenen Ultraschall beim Frauenarzt zu machen, sondern auch die Vorsorgen bei Saskia. Sie nahm sich Zeit für uns und unsere Gedanken, für meine Wehwehchen und sie ging sogar mit mir meinen ersten Geburtsbericht durch, da es mir noch keine Ruhe ließ, wie alles gelaufen ist. Das war für mich keine Selbstverständlichkeit.

Auch die Effektive manuelle Hilfe (EMH) brachte mir Linderung. Generell veränderte sich mein Blickwinkel auf Schwangerschaft und Geburt gänzlich mit dem Podcast Hebammenart, welchen mir Saskia empfahl. Diesen kann ich nur jeder Schwangeren ans Herz legen.

Nun zur Geburt. Ich hatte bereits zwei Nächte lang leichtere Wehen ca. alle 10-15 Minuten. Sehr unregelmäßig, aber sehr verunsichernd, da ich nicht wusste wie eine natürliche Geburt beginnt. Also habe ich Saskia eine SMS geschrieben wie es aussieht. Ich bekam generell innerhalb weniger Minuten eine Antwort – egal ob in der Rufbereitschaft oder auch außerhalb. Es könne alles oder nichts heißen. Ich melde mich also wieder, wenn sie stärker werden. Und ich solle den verpassten Schlaf nachholen. Von Donnerstag auf Freitag hatte ich also wieder Wehen. Dieses Mal haben sie aber morgens nicht aufgehört und ich hatte sie den ganzen Tag. Ich war mir sicher – heute ist es soweit. Um 16 Uhr wurde unser Sohn von der Oma abgeholt und ab sofort waren die Wehen stärker und mit weniger Abstand. Saskia und ich haben telefoniert. Sie war zu Hause und fährt sofort los, wenn ich das möchte. Aktuell konnte ich die Wehen noch sehr gut veratmen und ich empfand es noch nicht als notwendig, dass sie kommt. Es könne sich bei einer Mehrgebärenden schlagartig ändern, also solle ich mich bei der kleinsten Veränderung melden. Mein Mann und ich bereiteten noch die letzten Utensilien vor, welche für eine Hausgeburt von Saskia empfohlen werden. Ich habe noch etwas gegessen, um Kraft zu tanken und dann war mein Wunsch noch in die Wanne zu gehen, um auch nochmal eine Veränderung der Wehen zu erzielen. Dort waren sie dann schon so stark, dass ich Saskia geschrieben habe, dass sie losfahren kann. Sie hatte eine Fahrtzeit von 45 Minuten, also musste ich auch einen Puffer mit einberechnen, so gut man das eben unter Geburt abwägen kann.

Es kam prompt die Antwort, dass sie sofort losfährt. Aus der Wanne raus hatte ich innerhalb kürzester Zeit intensive Wehen, aber kurze. Ich habe mich dann aufs Sofa gelegt. Dann kam Saskia um halb 10 abends. Mein Mann hat ihr geholfen ihre Koffer reinzutragen und dann hat sie erstmal dafür gesorgt, dass das Licht weiter gedimmt wird, damit ich mich auch wirklich wohl fühle. Sie hat sich auf den Boden gesetzt und hat uns beide einfach machen lassen.

Eine vaginale Untersuchung war nicht notwendig. Es kam lediglich ein portabler Doppler zum Einsatz, um zwischendurch die Herztöne vom Kind abzuhören. Das war in meinem Fall vielleicht 3x und es hat mich nicht gestört. Saskia ist so erfahren, dass sie sofort erkennt, wenn du eine Wehe bekommst. Da bist du eigentlich der Meinung du hast dir noch nichts anmerken lassen und sie fragt, ob eine Wehe kommt (als wir uns zu Beginn noch unterhalten hatten). Sie hat mich auch nicht gesehen, als ich einen Positionswechsel auf den Boden vornahm, weil sie hinterm Sofa saß, aber sie fragte lediglich durch meine andere Atmung, ob ich einen Druck nach unten verspüre und so war es auch.

Mein Mann saß nun wirklich bei mir und gab mir trinken, streichelte meinen Rücken und war einfach da. Und dann kamen auch schon die Presswehen. Saskia bereitete alles vor für die Endphase und die Fruchtblase platzte. Bei einer nächsten Wehe sagte sie schon, dass sie das Köpfchen gesehen hat.

Ich konnte es nicht glauben, dass es jetzt so schnell gehen würde. Ich habe kräftig mitgeschoben, sodass sie sogar sagte, dass ich langsam machen solle. Ich hatte das Geschehen entgegen der ersten Geburt so gut fühlen können (was meiner Meinung nach sicher auch an meinem besuchten Hypnobirthingkurs lag). Als der Kopf geboren war habe ich ihr Köpfchen gestreichelt und es war ein Moment der Stille. Ich konnte kurz verschnaufen. Mir kam es wie eine gefühlte Ewigkeit vor, bis dann die nächste Wehe kam und ich ihren Körper gebar – im Vierfüßler auf dem Sofa abgestützt. Saskia reichte mir unsere Kleine direkt nach vorne durch, sodass ich sie hochnehmen konnte.

Es war 22:59 Uhr, als sie das Licht der Welt erblickte. Ich konnte es wirklich kaum fassen, dass eine Geburt auch so schnell gehen kann. Ich hatte Schmerzen, ja, jedoch waren die intensivsten Schmerzen nicht von langer Dauer und der Fakt, dass ich bis zuletzt in meiner gewohnten Umgebung sein durfte rührt mich noch immer. Es ist toll in dieser Nacht direkt im eigenen Bett verbringen zu dürfen. 15 Minuten nach Geburt traf die 2. Hebamme Amy ein. Sie beglückwünschte uns.

Es war auch eine ganz arg Liebe und war sehr einfühlsam. Generell wurde sehr darauf geachtet mich immer nur mit Rücksprache zu berühren. Auch bei der Untersuchung auf Verletzungen im Nachgang. Die Plazenta ließ auch nur 10 Minuten auf sich warten und wurde dann auf Wunsch von uns von Saskia genau angeschaut und erklärt. Die Nabelschnur durfte auspulsieren und wurde nach der Plazentageburt von mir durchtrennt. Jetzt habe ich mich mit der Kleinen aufs Sofa gelegt und sie durfte langsam ankommen, um dann angelegt zu werden. Saskia unterstützt. Nebenbei verräumt sie die wenigen Dinge, die es gebraucht hat und macht sich mit ihrer Kollegin an das Schriftliche.

Wir haben so erstmal gemeinsame Zeit zu ruhen und zu beginnen zu realisieren, was da gerade passiert ist. Saskia war noch ungefähr 4 Stunden nach Geburt da und bereitete alles nach. Dazu gehörte dann noch die U1, ein gemeinsamer Klogang für mich, die Aufklärung was es im Wochenbett zu beachten gibt und wir reflektierten auch etwas die Erste zu dieser Geburt.

Mein Fazit: Es war die beste Entscheidung eine Hausgeburt zu planen und es war uns jeden Cent wert für diese für mich heilende Erinnerung. Wir würden es jederzeit wieder so machen und sind immer noch begeistert wie unkompliziert so eine Geburt auch sein darf. Und dies haben wir sicherlich auch der vertrauten Umgebung zu verdanken.

Mia war bei Geburt 50cm groß, 3320 Gramm schwer und hatte einen Kopfumfang von 35cm.

Auch möchte ich mich bei Saskia und ihrer Kollegin bedanken. Ihr macht einen so wichtigen Job, müsst höchst flexibel sein und tragt eine Menge Verantwortung.

Wir sagen DANKE für eure Unterstützung, für das Mutmachen und die Einfühlsamkeit. Für euer Dasein. DANKE.

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