Die Geschichte von Antonia Samara
Ich bin immer noch total glücklich und überwältigt was für eine wunderschöne Geburt ich bei meinem dritten Kind erleben durfte. Es war nichts neues für mich bei der Geburt zuhause zu sein. Bei meinen ersten beiden Kindern hatte ich mich auch schon bewusst dafür entschieden, dass ich meine Kinder zuhause zur Welt bringen möchte. Und beide Geburten sind ganz wundervoll verlaufen. Und nun möchte ich euch von meiner dritten und schönsten Hausgeburt berichten: Zu Beginn muss ich sagen, dass sich meine Kleine ganz schön Zeit gelassen hat; bis ET+9. Ich war schon total genervt, weil mich alle verrückt gemacht haben, die Ärztin wollte mich am liebsten schon zum Einleiten in die Klinik schicken. Mir ging es gefühlt noch viel zu gut, als dass ich dachte, dass es bald losgehen würde. Auch die Kleine im Bauch hatte noch viel zu viel Platz und hat sich munter von links nach rechts gedreht. Und ich hatte absolut keine Lust die dritte Geburt im Krankenhaus zu erleben, nur weil der Termin zu weit überschritten war.
Ich hatte nachmittags noch einen Termin bei der Frauenärztin. Da war der Muttermund schon 4-5 cm geöffnet. Aber keine Wehen in Sicht. Sie sagte mir noch, wenn es los geht ist das Kind in 2 Stunden da und wir sollten sofort unsere Hebamme kontaktieren, wenn ich merken würde, dass es los geht. Als ich gegen 15 Uhr nach Hause kam, war meine Mama gerade mit den beiden Jungs im Garten. Dort haben wir noch überlegt, wie ich die Wehen am besten ankurbeln konnte. Ohne, dass ich noch irgendetwas unternommen habe, hatte ich kurz nach 16 Uhr die erste klitzekleine Wehe. Als ich nach einer halben Stunde beobachtet hatte, dass sie zwar sehr leicht, aber doch regelmäßig waren beschloss ich die Sachen für meine Jungs zu packen und Saskia schonmal vorzuwarnen. Gegen 17 Uhr ist meine Mama dann mit den Jungs abgefahren und es kehrte kurz etwas Ruhe ein. Ich rief Saskia an und besprach mich kurz mit ihr. Sie meinte sie ist gerade nicht zuhause und braucht ca 35 Min bis zu mir. Ich wollte sie auf dem Laufenden halten. Schon 10 Minuten später rief ich wieder bei ihr an, weil die Intensität der Wehen so zugenommen hatte, dass es mir lieber war, wenn sie sich jetzt langsam auf den Weg macht. Da ich seit mittags nichts gegessen hatte und mein Kreislauf mich daran erinnerte, versuchte ich in den Wehenpausen noch eine Kleinigkeit zu essen (Ich möchte es erwähnen, weil ich im Nachhinein erfahren habe, dass man im Krankenhaus bei der Geburt wohl nichts essen darf, für den Fall, dass man doch noch einen Kaiserschnitt braucht).
Die Wehenabstände wurden schnell immer kürzer, ich hatte kaum Pausen und brauchte bald meine Hände, um mich beim veratmen abzustützen. Da bat ich meinen Mann nochmal bei Saskia anzurufen und ihr zu sagen, dass sie sich doch lieber beeilen sollte. Sie war bereits auf dem Weg und ich setzte mich zum ersten Mal hin. Damit kehrte kurz ein wenig Ruhe ein, vor allem die Wehenabstände wurden auch wieder etwas länger. Wir machten uns entspannte Musik an (die Playlist vom Schwangeren-Yoga) und dann kam eigentlich auch schon Saskia. Ich legte mich aufs Sofa und Saskia sah mir gleich an, dass es wieder unangenehmer wurde. Sie fragte mich wie rum die Kleine im Bauch liegt und meinte ich solle mich mal auf die andere Seite legen. Wahnsinn, was so eine Kleinigkeit ausmacht! Mein Mann meinte hinterher man hätte mir direkt angesehen, welch Erleichterung mir das brachte. Ich konnte in der nun folgenden Zeit ganz bei mir sein und mich voll und ganz auf die Wehen einlassen. Mir schwebte immer der Satz aus dem Schwangerenyoga im inneren Ohr: „Wenn ihr nach Kraft sucht, sucht sie nicht im Außen, sondern sucht sie in euch. Denn da werdet ihr die Kraft finden, die ihr braucht. Keine Uhr und kein Hocker können es euch einfacher machen.“ Zusammen mit der Erfahrung aus den ersten beiden Geburten und der wunderbaren Playlist meiner Yogalehrerin konnte ich mich richtig gut darauf einlassen. Saskia war genauso entspannt und hörte hin und wieder die Herztöne vom Baby.
Mein Mann erinnerte mich irgendwann daran mal wieder aufs Klo zu gehen. Gesagt getan. Als ich wieder zurück war dauerte es nicht mehr lange, bis ich langsam das Gefühl hatte mitschieben zu wollen. Ich wartete noch 2 Wehen ab und der Pressdrang wurde immer deutlicher. Ich nahm wahr, wie Saskia die Unterlage herrichtete und freute mich, dass ich schon so weit war. Ich wechselte noch ein paar Mal die Position, vom Vierfüßer in die Tiefe Hocke (bei der mich mein Mann festhielt und bei der auch irgendwann die Fruchtblase platzte) bis hin zum Hirtenstand. Hier merkte ich ganz deutlich, wie das Köpfchen kam. Ich konnte es berühren und das gab mir nochmal so unglaublich viel Kraft. Der Pressdrang war auch so wahnsinnig stark, dass Saskia nachher mit einem Lächeln sagte, sie wollte mir gerade sagen ich sollte doch versuchen etwas langsamer zu machen. In dem Moment hätte ich dann aber so richtig losgelegt. Und kurz darauf hielt ich mein kleines Mädchen dann auch schon in meinen Armen. Ich konnte es nicht glauben und war total überwältigt, stolz auf mich selber und auf mein Mädchen. Es war 19.13 Uhr gewesen. Ich setzte mich erstmal hin und bewunderte, was in meinen Armen lag. Saskia schaute sich die Nabelschnur an. Sie zeigte mir einen richtigen Knoten und ließ mich noch den Puls an der Nabelschnur fühlen.
Ab und zu fragte sie, ob ich mal versuchen wollte, ob die Plazenta schon kommt. Ich ging nochmal in die tiefe Hocke, während die Kleine das erste Mal an meiner Brust trank. Die Plazenta kam dann ohne Probleme und Saskia zeigte mir noch das Loch in der Fruchtblase. Dann schaute sie sich die Plazenta an. Anschließend durfte mein Mann die Nabelschnur durchtrennen. Ich genoss einfach die Zeit mit meinem Baby im Arm. Und spätestens hier wurde mir wieder richtig deutlich, wie wunderbar es war zuhause zu sein! Keiner riss mir mein Kind aus den Armen oder machte in irgendeiner Weise Stress. Wir bestellten uns ganz gemütlich eine Pizza und machten die U1 direkt neben mir aufm Sofa. Anschließend schaute Saskia nach meinen Verletzungen. Ich hatte sehr Glück gehabt, sodass man immerhin nichts nähen musste (trotz meinem starken Pressdrang). Als ich anschließend kurz duschen ging machte es sich mein Mann mit der Kleinen und der mittlerweile eingetroffenen Pizza aufm Sofa gemütlich. Saskia erledigte noch den ganzen Schreibkram. Ich bekam gar nicht wirklich mit, wann und wie Saskia und mein Mann die ganzen Geburtsutensilien wegräumten und sauber machten, jedenfalls war am Ende alles wieder wie vorher. Nur ein Restmüllsack stand noch in der Ecke.
Nachdem alles erledigt war setzte sich Saskia zu uns aufs Sofa und wir besprachen was wir die nächsten Stunden und Tage beachten mussten. Und was ich wirklich total nett fand ist, wie sich Saskia zum Schluss noch zu uns setzte und mit uns unsere kleine Antonia betrachtete. Das war ein wirklich schöner Abschluss, den ich immer gerne in Erinnerung behalten werde. Ich möchte die Gelegenheit noch nutzen und mich von Herzen bei Saskia und meinem Mann bedanken. Ohne die beiden wäre die Geburt niemals so schön geworden. Ich habe mich so geborgen und sicher gefühlt, dass ich mich ganz auf die Geburt einlassen konnte. Deswegen vielen, vielen Dank euch beiden!! Und allen zukünftigen Mamas, die ebenfalls eine Hausgeburt planen, wünsche ich ebensolch eine wundervolle Geburt; im gewohnten Umfeld mit liebevollen Menschen um sich herum. Ganz ohne Schichtwechsel, Druck und Fahrerei 😊
Ganz liebe Grüße Sylvie

