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Lilyan Yael

„Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Geburt“

Mit acht Kindern war ich ziemlich gefordert Zuhause. Mit 38 Jahren war ich auch sehr überzeugt, dass man nicht mehr so einfach schwanger werden würde. Um so überraschter war ich, als ich ziemlich schnell, nachdem mein Zyklus …

2023Lilyan Yael ist das 9.Kind der Familie und kam überraschend schnell ohne Hebamme zu Hause in Biberach auf die Welt, am Mittwoch 29.11.2023 4 Tage nach dem errechneten Termin. Sie wog 3820gr

Die Geschichte von Lilyan Yael

Mit acht Kindern war ich ziemlich gefordert Zuhause. Mit 38 Jahren war ich auch sehr überzeugt, dass man nicht mehr so einfach schwanger werden würde. Um so überraschter war ich, als ich ziemlich schnell, nachdem mein Zyklus wieder eingesetzt hatte, einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Diese Schwangerschaft war sehr anstrengend, da mir unglaublich übel war, viel schlimmer als sonst. Ich konnte einige Wochen nicht einmal aufstehen. Während der Schwangerschaft haben mich immer Gedanken begleitet, dass etwas nicht stimmt mit dem Kind. Immer wieder habe ich mich bemüht, diese Sorgen an Gott abzugeben, aber das war nicht so einfach. Am Tag vor der Geburt war ich so verunsichert, dass Saskia, die in der Nähe war, noch einmal vorbeigeschaut hat. Es schien alles in Ordnung zu sein. An diesem Abend habe ich mir bewusst Zeit genommen, um Worte des Zuspruchs und des Friedens in der Bibel zu suchen und aufzuschreiben. Ich wollte einfach Gott vertrauen, egal was kommt. Da wurde ich ruhig.

Meine vorherigen Geburten waren immer recht lange, aber sehr entpannt. Ich hatte nie Bedenken, dass die Hebamme zu spät kommt. Dieses Mal hatte ich in Vorbereitung auf die Geburt Übungen gemacht, damit sich das Baby besser ins Becken einstellt. Außerdem hatte ich seit Wochen jeden Tag Datteln gegessen, weil es wohl die Geburt verkürzen sollte. Ich hoffte nach der anstrengenden Schwangerschaft wirklich auf eine gute Geburt. Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Geburt, wo ich mich sonst immer irgendwie darauf gefreut hatte. Aber dieses Mal war mir dieser ganze Akt darum herum schon beim darüber Nachdenken zu viel… Kinder wegbringen, entscheiden, wer dabei bleiben darf, Pool aufbauen, Folien auslegen, die lauten Geräusche dabei, Herztöne messen, beobachtet werden… ich wollte am Liebsten ganz unkompliziert einfach mein Baby bekommen. Am ET ging bereits der Schleimpfropf ab und ich rechnete damit, dass die Geburt bald losginge. Ich hatte immer wieder Wehen, aber es ging nicht so richtig los. Mittlerweile kann ich mich selbst untersuchen und stellte fest, dass der Muttermund langsam aufging, bis er dann vier Tage später etwa bei 2-3 Zentimetern war – wie ich das eben als Laie einschätzte.

An diesem Nachmittag sagte ich meinem Mann, dass wir unsere Spazierrunde heute kürzer machen müssten, weil ich nicht so viel schaffte. Auch da hatte ich immer wieder eine Wehe, so wie immer. Gegen Abend nahm ich mit unserer Jüngsten ein Rosmarinbad, welches anregend sein soll. Auch dort hatte ich ab und zu eine Wehe. Alles entspannt, dachte ich. Die Geburt geht frühestens am nächsten morgen los, so wie bei allen anderen. Dazwischen kam mein Mann mit Entspannungsmusik herein, und erklärte den anderen Kindern, dass ich das Baby bekomme. Ich habe nur gelacht, weil ich nicht seiner Meinung war. Gegen 19 Uhr bin ich aus der Wanne raus und habe während dem Haare föhnen auf den Wecker gesehen. Da kamen Wehen im Abstand von 8, 7 und dann 3 Minuten. Das hat mich doch etwas stutzig gemacht, da bei den letzten Geburten die Wehenabstände immer bis zum Schluss bei etwa 10 Minuten blieben. Als ich nachgefühlt habe, merkte ich schon, dass der Muttermund etwas weiter war. Mein Mann wollte dann gerne mit unseren Kindern unser gewöhnliches Abendtreffen starten, aber um 19.30 Uhr bat ich ihn, bitte alle Kinder ins Bett zu schicken, ich bräuchte Ruhe. Er hat dann auch direkt Saskia angerufen. Sie war noch bei einem Hausbesuch und wir sagten ihr, sie solle entspannt kommen. Ich musste immer wieder auf die Toilette und bin nur mit Handtuch bekleidet durchs Haus gelaufen, meistens in einer Wehe eine Toilette aufsuchend. Dort konnte ich einfach loslassen und habe schnell beschlossen, dass, egal was da jetzt kommt, wenn auch schon das Kind, alles ok ist. Ich konnte einfach loslassen und habe auch nicht in Erinnerung, dass die Wehen schmerzhaft waren. Um 20 Uhr habe ich unsere Freunde angerufen, dass das Baby wahrscheinlich am Abend kommt und sie für uns beten können, und dass die Kinder nicht wie geplant zu ihnen gehen würden, weil sie ja ins Bett gingen. Danach habe ich realisiert, dass das Kind wohl doch bald kommt. Ich sagte meinen größeren Kindern, sie sollten den Pool aufbauen, dann wieder, dass sie es lassen sollten, weil mich das störte. Nach etwas Hin und Her haben sie es sein lassen. Mein Mann versuchte noch, den Schlauch an den Hahn anzuschließen, was nicht richtig geklappt hat. Ich sagte irgendwann genervt, dass er es lassen soll. Es ist sowieso zu spät und wir schaffen das mit dem Pool nicht mehr. Ich beauftragte die Mädchen, Handtücher zu wärmen und Hirtentäscheltee zu machen. Dann fragte meine Tochter, ob sie wieder Wasser in die Wanne einlaufen lassen sollte. Also ließ ich sie die Wanne befüllen. Wir gingen ins Bad. Mein Mann und meine großen Töchter (13 und 10Jahre). Alle anderen haben sich in ihre Zimmer verzogen. Wieder saß ich auf der Toilette, da sah mein Mann schon die sich vorwölbende Fruchtblase. Ich war da etwas angespannt, weil es bei der vorherigen Geburt irgendwie anstrengend war, bis die Fruchtblase offen war. Auch für das Gebären des Körpers hatte ich immer Hilfe von der Hebamme gebraucht. Aber mein Osteopath hat mir dieses Mal, beim neunten Kind!!!, noch einen Tip mitgegeben: In der Eröffnungsphase einen runden Rücken machen, bei der Austreibung ins Hohlkreuz gehen, weil das mehr Platz macht.

Nun wechselte ich in die Wanne. Bei der nächsten Wehe platze die Fruchtblase, ganz leicht, und der Kopf kam direkt hinterher, ich hatte immer die Hände dran und kann das Gefühl, diesen weichen Kopf mit den Haaren, nicht vergessen… dann erinnerte ich mich ans Hohlkreuz. Ich ging also bei der nächsten Wehe leicht ins Hohlkreuz und es war dieses Mal kein Problem für mich, das Kind alleine auf die Welt zu bringen. Um 20.32 Uhr. So schnell. Mein Mann hat mich die ganze Zeit gestützt und wohl gleich nach der Nabelschnur gesehen. Sie war sehr kurz, aber dadurch nicht wie bei den anderen um den Hals gewickelt. Ich habe das Kleine aus dem Wasser gefischt und das Baby hat sofort geschrieen. Dann haben wir die anderen Kinder gerufen, die dieses Mal alle sofort ihr Geschwisterchen sehen konnten. Mein Mann hat gleich entdeckt, dass es ein Mädchen ist. Unsere kleine Lilyan Yael hat es auf die Welt geschafft. Im Kreise der Familie und völlig unkompliziert, so wie ich es mir gewünscht hatte. Wir sind Gott so dankbar für dieses weitere Wunder!

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